„Very British“ – mit dem Hund nach Großbritannien

Ein Reisebericht von Petra Heidemann image001

„Nicht ohne unseren Hund“ so lautet die Devise im Alltag und erst recht im Urlaub. Auf der Suche nach geeigneten Reiseländern für uns kamen wir schnell auf das Wanderparadies Großbritannien. Atemberaubende Landschaften und herrliche, leere Strände und vor allem das Klima (nicht so heiß) sind für uns perfekte Voraussetzungen. Bevor wir unseren Harris hatten, reisten wir schon jahrelang nach Irland und Schottland und wussten daher, dass das britische Wetter und die britische Küche viel besser sind als deren Ruf.

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Wir hatten in fast jedem Urlaub viel Sonnenschein und kaum Regen. Unsere Urlaubszeit ist meistens der Oktober. Temperaturen zwischen 12 und 22 Grad waren da der Durchschnitt. Außerdem machten wir die Erfahrung, dass die Iren und Briten ein sehr hundefreundliches Volk sind und es zahlreiche Ferienunterkünfte (Cottages, Ferienwohnungen, B&Bs und Hotels) gibt, in denen Hunde nicht nur geduldet, sondern sehr willkommen sind.
Das einzige, was sich für uns durch unseren Harris geändert hat: Fliegen und Mietwagen vor Ort kam für uns nicht mehr in Frage. Wir fahren seither mit dem Auto in den Urlaub. Perfekt wäre so ein Urlaub mit dem Wohnmobil, kommt vielleicht eines Tages 🙂
Unsere Ziele sind durch die lange Anreise bisher in den letzten 6 Jahren nicht mehr Schottland oder Irland, sondern Südengland, Cornwall und Wales geworden.

Die Einreisebestimmungen für Hunde haben sich seit 2012 enorm vereinfacht. Für die Einreise aus Deutschland und anderen EU-Ländern muss man folgendes erfüllen:
1.) der Hund benötigt einen EU-Heimtierausweis (Impfpass)
2.) Der Hund benötigt einen Mikrochip
3.) Der Hund muss gegen Tollwut geimpft sein, die Impfung muss länger als 21 Tage her sein
4.) Mikrochip-Nr. und Impfung müssen im EU-Heimtierausweis eingetragen sein
5.) Eine Bandwurmbehandlung 24 Stunden bis maximal 120 Stunden vor Einreise ist verpflichtend und muss vom Tierarzt mit Wirkstoff, Datum und UHRZEIT im Heimtierausweis eingetragen sein.
6.) Die Einreise darf nur über die im „Pet Travel Scheme“ festgelegten Routen erfolgen, so ist beispielsweise die Einreise mit dem eigenen Boot nicht erlaubt.
Das war es dann aber auch schon.
Hier der Link zum „Pet Travel Scheme“ mit den aktuellen Einreisebedingungen:
https://www.gov.uk/take-pet-abroad/overview

Jetzt stellt sich die Frage: Einreise mit der Fähre oder über den Eurotunnel?
Für beides gilt: So lange vorher wie möglich im Internet buchen spart viel Geld. Sowohl bei der Fähre, als auch beim Tunnel durften wir immer kostenlos eine frühere Überfahrt nutzen, wenn wir früher da waren.

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Die Überfahrt durch den Eurotunnel erfolgt über eine Art geschlossenen Autozug, auf den man auffährt. Sie dauert ca. 35 Minuten. Das Auf- und Abfahren geht auch relativ schnell. Es gibt bis zu 4 Abfahrten pro Stunde. Der Hund verbleibt während der Überfahrt mit der Familie im Auto. Vor dem Einchecken muss man zum gut ausgeschilderten Gebäude mit der schwarzen Pfote auf gelbem Pfeil fahren und dort den Chip des Hundes ablesen und den Heimtierausweis vorzeigen. Die Überfahrt kostet deutlich mehr als mit der Fähre.

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Die Überfahrt mit der Fähre dauert ca. 1,5 Stunden und ist deutlich billiger. Es gibt nur bis zu 1 Abfahrt pro Stunde und der Verladevorgang dauert auch deutlich länger. Die Hunde müssen im Auto auf dem Parkdeck zurückgelassen werden. Das Parkdeck ist während der Überfahrt verschlossen. Bei starkem Seegang können empfindliche Hunde seekrank werden. Beim Einchecken bekommt man ein Lesegerät und liest die Mikrochip-Nummer ab und zeigt den EU-Heimtierausweis vor.

Nach der Überfahrt, egal ob mit Fähre oder durch den Tunnel, bietet sich sowohl in Dover als auch bei der Rückreise in Calais gleich ein Strandspaziergang an.

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Danach haben wir entweder noch eine Übernachtung eingeschoben (Urlaub in Wales) oder sind gleich ins Ferienhaus weiter gefahren. Nach der Ankunft erholt sich Mensch von der langen Autofahrt bei solch einer Aussicht aus dem Schlafzimmer recht schnell.

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An den meisten Küsten Großbritanniens gibt es die Küstenwanderwege „Coastal Path“, an denen man stundenlange Wanderungen mit spektakulären Aussichten unternehmen kann.

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Auch im Landesinneren laden die traumhaften Landschaften zu wunderschönen Wanderungen ein.

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Zwischendurch wird sich zum Beispiel mit dem traditionellen „Afternoon Tea“ gestärkt, wie hier im „Two Bridges Hotel“ im Dartmoor.

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Auch hier und auf unseren Wanderungen: unser Harris ist stets willkommen und wird freundlich aufgenommen. Sowohl vom Personal, als auch von Passanten. Hätte Harris für jedes “gorgeous“ ein Pfund bekommen, wären wir mit einem deutlichen Plus in der Reisekasse nach Hause gekommen. Einzig in teuren/edlen Restaurants sind Hunde oft nicht erlaubt. Aufgefallen ist uns, dass man nirgends Hundehaufen rumliegen sieht. Die Briten sind ein sehr rücksichtsvolles Volk und sammeln die Haufen akribisch ein. Oft sieht man die Säckchen dann an der Anhängerkupplung nach Hause schaukeln 🙂
Uns haben es besonders die megalithischen Bauwerke angetan, von denen es in Großbritannien ja unzählige gibt. Harris bestaunt sie nicht, er nutzt sie anderweitig 😉

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Die Strände sind oft menschenleer. Morgens und Abends trifft man viele Einheimische, die mit ihren Hunden Gassi gehen. Von Oktober bis Mai sind eigentlich alle Strände für Hunde ohne Leine erlaubt. Einfach nur ein Traum…

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Ich kann jedem Hundehalter Großbritannien als Urlaubsland nur empfehlen und kann es gar nicht erwarten, wann es bei uns wieder los geht…

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